Hoteltechnik + Architektur | Ausgabe 04/2018

Das Neue QO Amsterdam

Hohe Ziele

Das von namhaften internationalen Architektur- und Designbüros gestaltete neue Hotel soll beweisen, dass die konsequente Fusion von Luxus und Nachhaltigkeit schon jetzt möglich ist.

Bild: QO Amsterdam, Rinze Vegelien
Die preisgekrönte Amster­damer Agentur Tank entwarf die Inneneinrichtung des Restaurants, der Bar und... mehr...

Weniger ist mehr: Jeder Aspekt des gerade eröffneten QO Amsterdam im kreativen Stadtviertel Amstelkwartier zielt darauf ab, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Von intelligenten Fenstern bis zum Gewächshaus auf der Dachterrasse ist das Hotel ein von Natur und individuellen Ideen geprägtes Gebäude. Das QO – eines der neuesten Objekte im Portfolio der IHG InterContinental Hotels Group sowie der Unternehmen Invesco Real Estate und Amstelside B.V. – soll ein „organisches“ Gebäude sein, in dem Kreisläufe geschlossen werden und der „Stoffwechsel“ möglichst ungestört zirkulieren kann. Seine Macher möchten jedoch nicht nur die Auswirkungen auf die Umwelt verringern, sondern auch die Art und Weise eines Hotelbetriebs generell neu überdenken und ihr Haus zu einer nachhaltigen und eigenständigen Einheit umgestalten. Geführt wird das QO von Inge van Weert, deren Karriere Stationen in führenden Hotels in Brüssel, London und Dubai umfasst. „Wir möchten, dass sich das QO von anderen luxuriösen Lifestyle-Hotels abhebt“, sagt die Managerin, und: „Unser Anspruch ist, dass sich Gäste nicht für Luxus oder Nachhaltigkeit entscheiden sollen. Mit dem QO Amsterdam wollen wir zeigen, dass beide Ansprüche perfekt kombiniert werden können.“

Konzept und Design des Hotels sind ein Gemeinschaftsprojekt von Mulderblauw Architecten, Paul de Ruiter Architects und Arup Consulting and Engineering. Den Bau verantworteten die TBI-Companies, J.P. van Eesteren und Croonwolter & Dros. Die 288 Hotelzimmer, darunter zwölf Suiten, wurden von der renommierten Londoner Agentur Conran and Partners entworfen. Die preisgekrönte Amsterdamer Agentur Tank entwarf die Inneneinrichtung des Restaurants, der Bar und der öffentlichen Bereiche.

Die Fassade des 21-stöckigen Hauses besteht aus einzelnen, beweglichen Aluminiumpaneelen, die auf das Außenklima, aber auch auf die Gäste selbst, reagieren. An kühlen Tagen lassen sie Sonnenlicht zur Erwärmung hinein, an heißen schließen sich die Paneele und spenden Schatten. So wird eine gleichmäßige Raumtemperatur möglich. Zudem befindet sich 70 Meter unter der Erde das Energiespeichersystem des Hotels. Dort wird warmes Wasser aus den Sommermonaten gespeichert, um es wieder zurück ins Hotel zu pumpen, wenn die Tage kürzer und kälter werden. Deckenhohe Fenster und ein Atrium gewährleisten 80 Prozent der Beleuchtung des Gebäudes durch natürliches Tageslicht. Tagsüber soll so kein künstliches Licht benötigt werden. All diese Maßnahmen reduzieren den Energieverbrauch des Hotels erheblich.

Eigenes Gewächshaus und Fischaufzucht auf dem Dach

Auch kulinarisch gesehen setzen die Macher des QO ihr Konzept konsequent um. Das Restaurant und die Bar werden unabhängig vom Hotel betrieben und haben jeweils eine eigene Identität. Pieter Ham ist als General Manager für beide Outlets verantwortlich. Er war viele Jahre in international renommierten Restaurants tätig, zuletzt als Director of Food and Bever­ages im Waldorf Astoria Beijing, bevor er 2017 in die niederländische Hauptstadt zurückkehrte. Im QO Amsterdam wird er von Alexander Brouwer unterstützt – ehemals Chef im „Sass Café“ Dubai.

Im Erdgeschoss empfängt das Restaurant „Persijn“ Hotelgäste und lokale Bewohner mit innovativer holländischer Küche. Das Highlight befindet sich aber hoch oben: Der Küchengarten – das Reich von Gärtner Matthias van den Berg – und die Bar „Juniper & Kin“ im 21. Stock bieten einen Panoramablick über die Dächer Amsterdams. Viele der verwendeten Kräuter, Gemüse, Früchte und sogar der Fisch sind selbst aufgezogen. Ein Hightech-Gewächshaus mit einem integrierten Fischbecken ermöglicht die Barsch­aufzucht sowie den Anbau verschiedener Gemüse- und Obstsorten. Das Besondere an dem kleinen, autark arbeitenden Ökosystem: Die Fischabfälle stellen einen biologischen Dünger für die Pflanzen dar, während Pflanzen im Becken wiederum das Wasser für die Fische aufbereiten.

Auf der 20. Etage des Hotels steht das körperliche Wohlbefinden im Mittelpunkt: Das Studio „Embody“ bietet Hotelgästen und Einheimischen die neuesten Fitness- und Wellnesstrends mit einer breiten Palette an Gruppenkursen, Personal-Training, Kleingruppen-Training, Ernährungsberatung und Achtsamkeitsworkshops. Für Veranstaltungen und Seminare stehen acht separate Bereiche mit insgesamt 482 Quadratmeter Fläche bereit. Zusätzlich zu den traditionellen Besprechungsräumen wird das QO auch eine Reihe von Brainstorming-Bereichen in Wohnzimmerstil anbieten. Meetings können beispielsweise mit einem Gewächshausbesuch oder einem Achtsamkeitsworkshop im Wohlfühl-Studio „Embody“ kombiniert werden .

Alle Materialien, die beim Bau des Gebäudes sowie im Innenausbau genutzt wurden, zahlen auf die Vision der Nachhaltigkeit ein: Fast ein Drittel des verwendeten Betons stammt aus dem alten Shell-Gebäude in Amsterdam. Die Integration dieses Wahrzeichens in das neue Haus soll eine Brücke zur Vergangenheit schlagen und den Gedanken des Kreislaufs der Dinge unterstreichen. Das Meer, das für die Hafenstadt von großer Bedeutung ist, findet sich in den Teppichen des Hauses wieder: Sie bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Garn von alten Fischernetzen. Die Herkunft und natürliche Verarbeitung sämtlicher verwendeter Materialien sollen auch zukünftig konsequent im Mittelpunkt stehen. |

www.qo-amsterdam.com

 
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