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19.01.2012

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HDV: Schachzug oder gezielte Provokation?

Die Hoteldirektorenvereinigung wehrt sich. Die HDV will es nicht auf sich sitzen lassen, dass HRS die angekündigte Preiserhöhung mit einer HDV-Umfrage begründet. Das führende Buchungsgsportal will die Kommission zum 1. März 2012 von 13 auf 15 Prozent erhöhen.

Der 1. Vorsitzender der HDV, Alexander Aisenbrey: "Ein mehr als fragwürdiger Schachzug!"

HRS wird nach einer Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ab 1. März seine Kommission für Einzelreservierungen von 13 auf 15 Prozent erhöhen. Diesen Schritt begründet der Branchenprimus mit der jüngsten HDV-Umfrage, die nach Angaben des Unternehmens einen Marktdurchschnitt von 15 Prozent Kommission ergeben hätte. Ein Vorgehen, das nicht nur bei Alexander Aisenbrey, 1. Vorsitzender der HDV und Hoteldirektor des Öschberghofs, für Irritation sorgt.

„Einerseits freuen wir uns ja, wenn ein Branchenschwergewicht wie HRS unsere Zahlen als Grundlage für seine Marketing-Strategie heranzieht“, so Aisenbrey. „Allerdings wundere ich mich, wenn unsere Ergebnisse plötzlich in ein völlig schiefes Licht gerückt werden.“ Dass der per Umfrage ermittelte Marktdurchschnitt dabei von HRS „großzügig“ von 14,85 Prozent auf 15 Prozent aufgerundet wurde, spiele dabei noch eine untergeordnete Rolle. „Ziel der Umfrage war, der Öffentlichkeit die fragwürdige Preispolitik namhafter Buchungsportale vor Augen zu führen. Es hatte sich gezeigt, dass die Kommissionen bei einzelnen Anbietern um mehr als 20 Prozent auseinanderklaffen“, so Aisenbrey.

Auch bei HRS hätten sich Differenzen gezeigt. Zwischen 10 und 15 Prozent Kommission mussten in der Vergangenheit für die Onlinevermittlung an den Branchenriesen bezahlt werden. Der Durchschnittswert betrug damals 12,82 Prozent. „Diese Umfrage als Hebel für eine Preiserhöhung im Sinne einer so genannten Gleichstellung aller Verhandlungspartner zu nutzen, halte ich für einen mehr als fragwürdigen Schachzug. Mit der gleichen Begründung könnten alle Portale die Kommission gleichmäßig auf das bisherige Niveau des führenden Anbieters HRS senken. Hier stellt sich die Frage, ob unsere Umfrage benutzt wird, um weiteren Zwist innerhalb der Hotellerie hervorzurufen?“

Besonders pikant: Nur kurze Zeit vor Bekanntgabe der neuen AGB hatte HRS bei Aisenbrey um eine Intensivierung der Zusammenarbeit angefragt. „Für mich zeigt der Vorfall, dass die Hotellerie eine gemeinsame Strategie zum Umgang mit Buchungsportalen finden muss. „Die Zeit ist gekommen, wirksame Maßnahmen zu finden, um den Direktvertrieb zu stärken.“


Weitere Informationen unter: http://www.hdvnet.de/