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30.01.2012

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Tobias Ragge: "HRS nimmt Ihre Kritik ernst"

Der Proteststurm gegen HRS war gewaltig in den vergangenen Tagen. Deshalb wurde der erste öffentliche Auftritt von Tobias Ragge nach der Ankündigung von neuen AGBs und einer Kommissionserhöhung mit Spannung erwartet. Doch statt Trillerpfeifen erwartete den HRS-Geschäftsführer höflicher Applaus. In Berlin war Ragge Gastredner beim Deutschen Hotelkongress.

HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge verteidigte in Berlin seine unternehmerische Entscheidung, die Kommission anzuheben.

Berlin, 30. Januar 2012 | Nach seinem Vortrag blieb gerade mal die Zeit für zwei Fragen, die Olaf Feuerstein formulierte. Der Göttinger Hotelier hatte sich an der Spitze des Protestes positioniert, der sich vor allem durch die Facebook-Seite „HRS-freie Woche artikulierte. Feuerstein störte sich daran, dass HRS die Anhebung der Kommission von 13 auf 15 Prozentpunkte vollzieht – trotz guter Bilanzzahlen aus dem Jahr 2009. „Sind die Ergebnisse 2010 eingebrochen?“, fragte der Göttinger Hotelier und forderte die Herausgabe aktueller Zahlen. Seine zweite Frage bezog sich auf die Abschaltung der Internet-Seite „HRS-freie Woche“. Ob er, Ragge, darauf eingewirkt habe, wollte Feuerstein wissen. Ragge wies die Frage von sich und sagte, darüber könne nur der Seitenbetreiber Auskunft geben, den er im Übrigen als Wettbewerber betrachte.

Vor den Gästen beim Deutschen Hotelkongress verteidigte der HRS-Geschäftsführer die neuen AGBs, die unter anderem eine Kommissionserhöhung von 13 auf 15 Prozent vorsehen. Ragge unterstrich den hohen technischen Aufwand der notwendig sei, um ein Buchungsportal stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Dies geschehe in besonderem Maße im Interesse mittelständischer Hotels, die einen solche Aufwand selbst gar nicht leisten könnten. Er bedauerte, dass in der „teils sehr emotional geführten Diskussion“ der Vorteil für die Hotels untergegangen sei. Die strategische Partnerschaft mit Amadeus IT ermögliche den Hotels Zugang zum GDS-System – ohne den bisher notwendigen und separat zu bezahlenden Switch.

„Wir verstehen, dass steigende Preise Sie nicht begeistern“, sagte Ragge. Aber dagegen stünden technische Verbesserungen. Auch werde auf den HRS-Seiten kein Top-Ranking-System eingeführt, wie fälschlicherweise dargestellt. Lediglich die Tochter hotel.de werde mit dieser Neuerung ausgestattet.

„Wir nehmen ihre Kritik ernst“, versprach Ragge. Enttäuschend sei für ihn, dass er und sein Unternehmen in der Diskussion als „Abzocker“ dargestellt worden seien – auch von Wettbewerbern, die den Proteststurm für eigene Vorteile nutzen wollten. Der Deutsche Hotelkongress wird jährlich von der AHGZ in Zusammenarbeit mit der Conference Group veranstaltet.