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Fünf-Sterne-Hotel For Friends, Mösern/Tirol

 

12.03.2012

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Treugast-Trendgutachten: Zehn Megatrends

Seit 1998 wird das „Trendgutachten Hospitality“ der Treugast mit Spannung erwartet. Immer fundierter, immer tiefgreifender, immer dicker wurde das Standardwerk in all den Jahren. Jetzt zog Professor Stephan Gerhard die Reißleine. Weil das Werk zwischenzeitlichen einen Umfang von 180 Seiten einnimmt und damit doppelt so dick ist wie in Anfangsjahren, präsentiert er den Branchenreport erstmals in neuem Format. Dabei soll der konkrete Nutzen wieder stärker im Mittelpunkt stehen. Im Fokus: die zehn Megatrends und ihre Auswirkungen auf die Hotellerie.


Geht neue Wege beim Trendgutachten Hospitality: Treugast-Chef Professor Stephan Gerhard.

Berlin/München, 12. März 2012 | Das neue Format des Trendgutachtens soll den Alltagsnutzen stärken, erklärte Stephan Gerhard während der Vorab-Präsentation auf der ITB in Berlin. Fertig ist das Werk indes noch nicht. Bis in drei Wochen, so schätzt er, soll es erhältlich sein. Vorab ließ sich der Institutsleiter aber schon mal in die Karten schauen. Bestandteil des Trendgutachtens bleibt das Investment-Ranking, das Immobilieninvestoren Empfehlungen darüber gibt, in welchen Bereichen ein Investment sich am ehesten rechnet. Überraschend dabei: Der starke Anstieg der Budget-Kettenhotellerie der vergangenen Jahre flacht ab, obwohl diese Kategorie nach wie vor mit den Bestnoten AA belegt wurde. „Die Marktpotenziale werden aber bereits dünner“, analysiert Treugast-Chef Gerhard. Aufsteiger hingegen ist die Mittelklasse-Hotellerie, bei der aufgrund einer vergleichsweise geringen Kettendurchdringung noch Potenzial für weiteres Wachstum bestehe. Weniger rentabel hingegen scheinen nach wir vor Investitionen im Luxussegment und in der gehobenen Kettenhotellerie, deren Bewertung weiterhin mit BBB vor sich hindümpelt.

An den Beginn seiner Ausführungen stellte Treugast-Chef Stephan Gerhard provozierende Fragen: „Müssen Hotels wirklich für die Ewigkeit gebaut werden, wenn sich die Altersstruktur der Gesellschaft so radikal verändert? Ist ein Shop im Empfangsbereich nicht die bessere Alternative gegenüber einer „Strom fressenden Minibar“?" Das Trendgutachten Hospitality analysiert auch, inwieweit die neuen gesellschaftlichen Strömungen die Entwicklung von Hotelimmobilien beeinflusse und wie das Hotel von übermorgen aussehen wird. Dabei geben die Branchenanalysten auch konkrete und realistische Handlungsempfehlungen, die praktisch umsetzbar sind.

„Ohne Vergangenheit keine Zukunft“ – diese Erkenntnis gelte auch in der Hotellerie. Unter diesem Slogan beschreiben die Spezialisten von Treugast, wie sich jeder einzelne Trend bislang auf die Hotelimmobilie ausgewirkt hat und was daraus für die Zukunft zu lernen sei. „Nutzen stiften“, das sei mit ein Beweggrund für das Trendgutachten Hospitality, sagte Gerhard in Berlin vor der Presse.

1. Nachhaltigkeit
Ein Schlagwort, das nach dem Bedauern von Stephan Gerhard zwischenzeitlich inflationär gebraucht wird. Die Hotellerie sei aber in diesem Segment immer schon Vorreiter gewesen. „Aber nur, wenn sich Ökologie auch ökonomisch rechnet“, sagt er. Ansonsten sei das Thema für viele „unspannend“. Allerdings sei ein gutes Image in vielerlei Hinsicht von Bedeutung – nicht zuletzt bei der Akquise von neuen Mitarbeitern. Wenn durchschnittlich sieben Prozent der Stellen nicht besetzt werden können, sei ein modernes Image keine schlechte Idee, um an qualifizierten Nachwuchs zu kommen. Im übrigen sei es auch im Immobiliensektor von Bedeutung, seinen Blick nicht drei, sondern besser zehn Jahre nach vorne zu richten. Heute getroffene Entscheidung hätten lange Nachwirkungen, Fehler in der Planung seien oft nicht korrigierbar.

2. Demografischer Wandel
„Wandel fordert Wandelbarkeit“, sagt Gerhard. Der Schlüsseltrend Demografischer Wandelt lässt sofort an 50-plus, Over Sixty und andere seniorengerechte Angebote denken. Doch dieser Ansatz greift für die Treugast-Analysten zu kurz. Weitere Folgen: Kinder beeinflussen immer mehr das Kauf- und Buchungsverhalten der Eltern. Die wachsende Rolle der Frau habe eine Feminisierung der Gesellschaft zur Folge. Auch wird die Integration verschiedener Zielgruppen von Jung und Alt im Hotelbetrieb immer wichtiger – scharfe Segmentierung ist nicht mehr zeitgemäß. Was bedeutet diese Entwicklung für die Hotelimmobilie? Langfristig gesehen müssen Planer schon vor dem Bau mögliche spätere Umbauten und Umnutzungen in Betracht ziehen. Bauliche Standardisierung war gestern. Die Zukunft braucht Flexibilität und Nachrüstbarkeit. Temporäres und adaptives Bauen sind im Kommen.

3. Rückbesinnung
Authentizität als worthülsiger Oberbegriff, Gemeinschaftserlebnis und Sommerfrische als konkrete Umsetzung. Dieser Trend zielt nach Stephan Gerhards Einschätzung direkt auf die Paradedisziplin der Hotellerie. Sei es die Ruhe und Unerreichbarkeit in Klosterhotels oder das Verlangen, „unterwegs zu Hause zu sein“. Rückbesinnung sei aber auch ein Trend, der in der Projektentwicklung zu beobachten sei. „Verrückte neue Hotelprojekte gibt es in Deutschland kaum noch: Es wird solide geplant, solide gebaut, solide vermarktet. Rückbesinnung ist also ein Trend weg von ,größer, höher, schneller’ – hin zum gesunden Menschenverstand.“

4. Gesundheit
Gesundheit bleibt weiterhin einer der wichtigsten Trends in der Hotellerie, aber die Ansprüche an Wellness unterliegen starken Veränderungen. Eine konkrete Auswirkung sei es, dass Wellness-Funktionen künftig verstärkt ins Zimmer verlegt werden. Arzt und Masseure kommen aufs Zimmer und ersparen dem Gast den Weg in die Behandlungsräume. Dies sei planerisch zu berücksichtigen. „Zukunftsweisend“ ist für den Treugast-Chef das Konzept des a-ja Resorts, das im Frühjahr 2013 an den Markt gehen soll. Wellness-Angebote zu günstigen Einstandspreisen sei ein richtiger Weg.

5. Digitalisierung
Sie soll den Gast glücklicher machen, als er es ohne Digitalisierung wäre. Dies müsse aber nicht immer die vollautomatische Steuerung sein, die dem Gast ein Gefühl der Bevormundung vermittle. Hier kritisiert Gerhard die mangelnde Bereitschaft aller Beteiligten „noch nicht weit genug in die Zukunft zu schauen“. Auftrag sei es nicht, nach dem heutigen Stand der Dinge zu bauen, sondern die Zukunft abzubilden. Die Pflicht von Vorausdenkern sei es, Dinge zu beschreiben, die es gibt, die aber noch nicht angewendet werden.

6. Globalisierung
Die Globalisierung erschließt neue Quellmärkte, und diese neuen Quellmärkte haben neue Bedürfnisse. Es gibt immer mehr Zielgruppen, immer neue individuelle Gästewünsche, Ethno-Besonderheiten gelte es zu berücksichtigen. Dabei sollte die Hotellerie aber immer einen Plan B vorhalten, weil die Globalisierung auch Risiken berge. Ausbleibende Zielgruppen etwa infolge von Krisen oder anderen Unwägbarkeiten.

7. Mobilität
Mobilität erfordert Meeting-Räume: Wer unterwegs arbeitet, braucht die nötige Infrastruktur. Es gelte Antworten zu finden auf sich verändernde Gästeverhalten und neue Bedürfnisse.

8. Lebenslanges Lernen
Ein allgemeiner Megatrend, der selbstredend auch für die Hotellerie gelte. Für die richtigen Fachkräfte müssen sich Hoteliers viel einfallen lassen. Stilmix in der Hoteleinrichtung und Nischenprodukte – alles ist möglich. Außerdem gebe es zu wenige Literaturhotels, sagte Stephan Gerhard.

9. Flexible Lebensgestaltung
Flexiblere Lebensgestaltung und Individualisierung – zwei Seiten der selben Karte. Aber für beide gelte ganz besonders in der Hotellerie: Es muss sich rechnen. Baukastensystem (a-ja) sei eine Konsequenz dieses Trends, flexible Beleuchtung eine andere. Auf jeden Fall gelte es, Flexibilität nicht nur zu reden, sondern auch zu leben. Gäste lassen sich nicht mehr reinreden.

10. Funktionalität
Effizienz sei das Schlagwort, Zusatznutzen gewünscht. Was das bedeutet? Die Fliesen im Hotelzimmer von übermorgen sehen nicht nur schön aus, sie beseitigen auch unangenehme Gerüche und sorgen für ein komfortables Raumgefühl. Funktionen einbauen – dies gelte für viele Bereiche. Warum kann der Spiegel nicht gleichzeitig Heizkörper sein? Dies verhindere ein Beschlagen. Und außerdem: flexible Möbel. Ein Schreibtisch der Zukunft lasse sich ans Bett rollen, um dem Gast die Möglichkeit zu bieten, den Laptop liegend bequem zu bedienen.







Weitere Informationen unter: http://www.treugast.com/de/pub...