Hoteldesign + Interieur | Ausgabe 01/2018

Motel One Berlin-Alexanderplatz

Urban Spirit und Berliner Style

Bild: Motel One
„Fashion meets Street Art“: Mit Designklassikern wie Ron Arads Sessel „Soft Big Easy“ und dem „Egg Chair“ von Arne Jacobsen im berühmten Motel-One-Türkis hat die Lobby des neuen Hotels am Alexanderplatz schon jetzt Kultstatus.

Mit dem neuen Motel One Berlin-Alexanderplatz ist den Machern der Gruppe die Quadratur des Kreises gelungen: Design und Budget in perfekter Harmonie. Und das in einem Haus mit 708 Zimmern. - von Elke Reinhold

Bild: Motel One
1 Auch die Barhocker in der „One Lounge“ stammen von Moroso: Das Modell „Double Zero“ kreierte der britische... mehr...

Schon die Sofas und Sessel in der Lobby des neuen Motel One Berlin-Alexanderplatz offenbaren dem Betrachter das Who’s who der internationalen Designszene: Der voluminöse Fauteuil „Soft Big Easy“ von Ron Arad prangt im wahrsten Sinne des Wortes neben senffarbenen Lounge-Stühlen „Armada“ von Nipa Doshi und Jonathan Levien, dazwischen der Blumensessel „Antibodi“ von Patricia Urquiola und der Sessel „Double Zero“ von David Adjaye, und natürlich der inzwischen legendäre Motel-One-gebrandete „Egg Chair“ von Arne Jacobsen in Türkis. Lässig verteilte Beistell-Tischchen „Tia Maria“ von Enrico Franzolini und „Net“ von Benjamin Hubert vervollkommnen den nonchalanten Bohemian Style. Beim ersten komplett mit Möbeln der italienischen Kultmarke Moroso ausgestatteten Motel One Berlin-Alexanderplatz hat die Designabteilung der Gruppe ganze Arbeit geleistet: Alles wirkt easy und cool, als wär’s ein Kinderspiel, ein Hotel dieser Größe auszustatten und ihm dabei auch noch die Cosiness und Behaglichkeit eines Boutiquehotels einzuhauchen.

„Fashion meets Street Art“: Unter diesem Motto steht das im Dezember eröffnete zehnte Berliner Motel One direkt am Alexanderplatz und präsentiert sich stylisch wie die Stadt zur „Fashion Week“, inspiriert von Berlins Street-Style und der im öffentlichen Raum aufwändig inszenierten Kunst, die es überall in der Stadt zu entdecken gilt. Es ist das 61. Haus der Budget-Design-Hotelgruppe und mit 708 Zimmern auch das größte.

Unter den Top drei der Berliner Hotelgiganten

Größer sind in Berlin nur noch das Estrel in der Sonnenallee mit 1.125 Zimmern sowie das Park Inn in unmittelbarer Nachbarschaft mit 1.012 Zimmern. „Mehr als 700 Zimmer, das bekommt man ja nicht alle Tage“, so Hotelmanager Carsten Hahn, der für das neue Haus aus London zurück nach Deutschland kam. Der Reiz an einem so großen Hotel? „Genau die gleiche Qualität und Gästezufriedenheit herzustellen wie in einem kleinen Haus.“ Aus der Ruhe will sich der Hotelchef ob der schieren Größe seines Hauses nicht bringen lassen: „Mit guter Vorbereitung ist alles schnell zu handeln. Das ist ein Punkt, mit dem wir uns im Vorfeld schon sehr stark auseinandergesetzt haben, damit weder der Gast noch wir in Hektik verfallen. Planung ist das halbe Leben.“

Insgesamt, so der Hotelmanager, habe man in dem 18-stöckigen Neubau auf dem Grund des ehemaligen Kaufhauses Wertheim nichts anders gemacht als in den kleineren Hotels der Gruppe: In den Bädern die formschönen und leicht zu reinigenden Duschwannen von Kaldewei, Bioprodukte in Bädern und zu 80 Prozent auch beim Frühstück: „Für viele Gäste ist Nachhaltigkeit ein großes Thema, dem versuchen wir gerecht zu werden“, so Carsten Hahn. Dazu gehöre auch, auf kurze Wege bei der Auswahl der Zulieferer zu achten, wobei aus Gründen der CI einige Lieferanten zentralisiert seien. Denn auch über die Produkte solle ja ein starker Wiedererkennungswert für den Gast geschaffen werden.

Neu beziehungsweise speziell ist im Motel One Berlin-Alexanderplatz vor allem die Lage der „One Lounge“: Diese befindet sich im zweiten Stock, nicht wie sonst auf Rezeptionsebene. Neu ist auch der Safe auf jedem Zimmer, wobei dieses Feature sukzessive mit den Renovierungszyklen in den anderen Häusern der Gruppe eingeführt werden soll.

In Lobby, „One Lounge“ und den Zimmern des neuen Motel One Berlin-Alexanderplatz soll die bunte und unkonventionelle Seite der Hauptstadt ihren Ausdruck finden. Exklusive Kooperationen mit dem italienischen Möbelhersteller Moroso, Modedesign-Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin sowie mit dem Künstlerkollektiv KLUB7 geben dem hochwertigen Interieur extravagante Designakzente.

„Der Alexanderplatz ist mit mehr als 360.000 Besuchern täglich der meistfrequentierte Platz Berlins und der viertbeliebteste Platz Europas“, so Dieter Müller, CEO und Gründer der Motel One Group. Zudem sei in Berlin über die letzten Jahre das Übernachtungsaufkommen kontinuierlich gestiegen. Also gebe es für ein Motel One kaum einen besseren Standort in Deutschland, „als eben hier, direkt am Alexanderplatz, mit seinen international bekannten Wahrzeichen. Damit ist das neue Haus eine perfekte Ergänzung der bestehenden neun Motel One und stärkt unsere Präsenz in der Hauptstadt.“

Farbenfrohe Designakzente mit nachhaltigem Anspruch

Für die authentische Umsetzung des Konzepts kooperierte die Hotelgruppe mit Partnern, die ihren hohen Qualitäts- und Designanspruch verkörpern und gleichzeitig die wilde und unangepasste Seite Berlins spiegeln. Die Lobby im Erdgeschoss, der Frühstücksbereich und Bar in der „One Lounge“ wurden mit Möbeln der Marke Moroso ausgestattet, die seit mehr als 65 Jahren für ausgefallene Farben, Formen und Materialien steht. Unter dem Motto „work, meet and relax“ setzen die bunten, fashionorientieren Möbel Designakzente und schaffen die typisch Berliner Atmosphäre: gemütlich und gleichzeitig aufregend. Neben der Möbelgestaltung entspricht auch die Herstellung dem Berliner Geist: Der Umwelt zuliebe arbeiten Moroso und sein ebenfalls im Motel One vertretenes Label „Diesel with Moroso“ vorrangig mit natürlichen und recycelbaren Materialien.

Berlins junge Modeszene diente nicht nur als Inspirationsquelle für das Thema „Fashion“ – junge Talente der Hauptstadt bekamen die Chance, das Haus aktiv mitzugestalten. In Kooperation mit der HTW organisierte Motel One unter dem Titel „4.0 Alexanderplatz – Streetwear meets Motel One“ einen Wettbewerb für angehende Modedesigner. Die zwei besten Designideen von Jana Steiger und Anabel Fiebelkorn und deren Entwurfsprozesse werden dauerhaft in einer großzügigen Collage an zwei Wänden in der „One Lounge“ präsentiert.

So vielfältig und extravagant wie die Modetrends der Hauptstadt ist auch ihre Urban Art. Eine Gruppe, die besonders heraussticht, ist das Künstlerkollektiv KLUB7, das gemeinsam Fassaden, aber auch Werke für Ausstellungen gestaltet und nun die vielfältige Berliner Urban Art von der Straße in das neue Motel One gebracht hat: Ein großflächiges Kunstwerk hinter der Rezeption im Erdgeschoss sowie ein riesiges Graffiti-Wandbild im großzügigen Innenhof des Hotels auf Ebene 02 tragen deutlich die Handschrift der sechs Urban-Art-Künstler von KLUB7. Sie verbindet die verschiedenen Stile der einzelnen Mitglieder und lässt komplexe, zugleich harmonische Gemeinschaftsarbeiten entstehen. In abstrakter Form zeigen die Kunstwerke verschiedene Schnittmuster und Collagen zum Thema Modedesign.

Bei den Zimmerkonzepten setzt Motel One neben zusätzlichen Features wie dem neuen Safe und Smart-TV verstärkt auf eine i ndividuelle Zimmergestaltung für mehr Wohnlichkeit. Dafür gestaltete die Künstlergruppe KLUB7 in den Zimmern eine Installation aus diversen Stoffen und Zeichnungen, die überlagert von Farbflächen und Schnittmusterformen ein spannendes Gesamtkunstwerk ergeben. Kleine Details lassen Motive aus den Wandbildern der Lobby und des Innenhofs wiedererkennen, dementsprechend zieht sich das Thema der Berliner Urban Art wie ein roter Faden durch das gesamte Haus.

Der Zimmerpreis beträgt „an 310 Tagen im Jahr 79 Euro für ein Einzelzimmer“, so Hotelmanager Hahn. An den restlichen Tagen kommen Eventzuschläge zwischen 30 und 100 Euro on top. Die Preise werden in der Regel im August für das gesamte Folgejahr festgelegt: „Der Gast weiß so genau, was ihn erwartet, und es ist nicht wie bei vielen anderen Ketten, wo der Preis heute so ist, morgen so, und abends manchmal auch noch anders.“

 
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